Zum 75. Jahrestag der Befreiung Europas vom Krieg und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft

Kreis und Fraktion der SPD Marzahn-Hellersdorf haben am 08. Mai 2020 der Befreiung Europas vom Krieg und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Stille gedacht.

Dazu haben der stellvertretende Kreisvorsitzende der SPD Marzahn-Hellersdorf und Kaulsdorfer Abgeordnete, Sven Kohlmeier, die Vorsitzende der SPD-Fraktion Marzahn-Hellersdorf, Jennifer Hübner, sowie das Mitglied der SPD-Fraktion Marzahn-Hellersdorf, Christiane Uhlich, am Ehrendenkmal für gefallene sowjetische Soldaten in der Brodauer Straße Blumen niedergelegt. Damit führen sie eine Tradition fort, die schon 1992 von der SPD Hellersdorf ins Leben gerufen wurde.

Am 8. Mai 1945 gelang es den Alliierten, Deutschland unter der Führung der Nationalsozialisten zur endgültigen Kapitulation zu zwingen. Damit wurden der beispiellosen Unterdrückung und den Gewaltverbrechen, die von Deutschland ausgingen, in Europa ein Ende gesetzt.In vielen Ländern Europas gilt der 8. Mai seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs als Tag des Sieges und der Befreiung. In Deutschland galt der 8. Mai selbst 40 Jahre später noch weitläufig als Tag der Schande und der Niederlage und somit als Tag, welcher nicht Teil einer deutschen Erinnerungskultur werden könne.

Bundespräsident Richard von Weizsäcker vollzog am 40. Jahrestag des 8. Mai im Jahr 1985 eine Kehrtwende. In einer Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag erklärte er den 8. Mai auch für Deutschland zum Tag der Befreiung von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Heute ist Deutschland fester Bestandteil eines friedlichen und freien Europas. Die „Stunde Null“ dieses Europas, ist ein Geschenk derjenigen, die erfolgreich gegen den Hitlerfaschismus gekämpft und Widerstand geleistet haben. „Aus diesem Grund hat der Berliner Senat den 8. Mai in diesem Jahr zu einem Feiertag erklärt. Der Frieden und Wohlstand, in dem wir heute leben, hat in diesem Tag seinen historischen Ursprung und verdient eine entsprechende Würdigung.“ so Sven Kohlmeier, stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD Marzahn-Hellersdorf und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses.

Den 8. Mai in diesem Sinne zu begehen, ist heute notwendiger denn je. Gruppen, die keinerlei Distanz zur menschenverachtenden Ideologie bewahren, die damals besiegt wurde, erhalten wieder Zulauf. „Umso wichtiger ist es also, dass dieser Tag bewusst als Siegeszug der Freiheit, des Friedens und der Menschenwürde begangen wird.“ so Christiane Uhlich, Mitglied der SPD-Fraktion.

In Marzahn-Hellersdorf wird die Erinnerungskultur regelmäßig von kontroversen Debatten begleitet. Als Bezirk mit vielen Denkmälern beider Weltkriege besteht hier für alle Akteurinnen und Akteure des Bezirks eine Aufgabe, sich mit der Bedeutung dieser Denkmäler auseinanderzusetzen. Die SPD-Fraktion hat dazu bereits konkrete Vorschläge gemacht. Ein entsprechender Antrag an die BVV fordert, dass diese Denkmäler zu einem Konvolut der Erinnerungskultur zusammengefasst und historisch eingeordnet werden.