Verkehrswende in Berlin – „Stromlos durch die Nacht“?

Die Berliner Verkehrssenatorin Regine Günther möchte bis 2030 nur noch E-Autos in der Berliner Innenstadt fahren lassen. Um das zu ermöglichen, muss bereits jetzt eine entsprechende Infrastruktur geschaffen werden. In einer Anfrage (PDF-Datei) an den Senat kam nun allerdings heraus, dass die Umsetzung der Verkehrswende in punkto Elektromobilität hinter den Hoffnungen hinterherhinkt. Momentan gibt es nämlich nur 425 Ladestationen für E-Autos in ganz Berlin.

Eine große Diskrepanz gibt es hier zwischen der Verfügbarkeit von Ladestationen in der City und in den Außenbezirken. Etwa 60% aller Stationen befindet sich in der Innenstadt – und das, obwohl hier nur etwa 30% aller Berlinerinnen und Berliner leben. In den Außenbezirken, von wo aus viele Einwohnerinnen und Einwohner täglich mit dem Auto in die Innenstadt pendeln, kommt auf durchschnittlich 15.000 Menschen eine (!!!) Ladestation. In der Innenstadt „teilen“ sich etwa 4.500 Menschen eine Station.

Aufgrund des derzeitig schlechten Ausbaus der Ladeinfrastruktur ist es auch nicht verwunderlich, dass bei 1,2 Millionen in Berlin gemeldeten Fahrzeugen lediglich 5175 Fahrzeuge (sprich 0,4%!) ausschließlich mit Strom betrieben werden. Wenn die Verkehrswende bis 2030 gelingen soll, muss also massiv nachgebessert werden, um alsbald attraktive Rahmenbedingungen für die Nutzung von E-Autos zu schaffen.