Umsetzung MobG IV: Pop-up-Radwege

Eine weitere Anfrage an den Senat zur Umsetzung des Mobilitätsgesetzes thematisierte die Errichtung sogenannter Pop-up-Radwege. Diese Radwege sind die seit Anfang dieses Jahres kurzfristig und temporär auf den Straßen errichteten, mit Baken abgetrennten Wege für Radfahrerinnen und Radfahrer (IV).

Solche Radwege haben den Vorteil, dass sie binnen kürzester Zeit erschaffen werden können und Radfahrerinnen und Radfahrern mehr Sicherheit geben können (siehe auch Blog-Beitrag). Viele Bezirke erachten es jedoch auch als Herausforderung, da die Fahrbahn des motorisierten Verkehrs verengt werden kann. Ebenfalls ist es möglich, dass Parkplätze wegfallen, so die Antwort des Senats.

Aktuell existieren laut Angaben des Senats elf Pop-up-Radwege, fast alle davon in Friedrichshain-Kreuzberg. Bei der Planung der Strecke wurden die Bürgerinnen und Bürger leider nicht mit einbezogen. Aktuell geht der Senat davon aus, dass die 2020 errichteten temporären Radwege weitgehend in dauerhafte Radverkehrsanlagen umgewandelt werden (siehe auch Anfrage III).

Mit den Pop-up-Radwegen kann die Verkehrsverwaltung den Anschein erwecken, dass neue Radwege „gebaut“ werden. Sie führen zwar zu mehr subjektiv gefühlter Sicherheit, doch gerade an Kreuzungen oder Brücken, wo der motorisierte und der Radverkehr zusammen kommen, kann diese scheinbare Sicherheit zur Gefahr werden. Radwege mit festen Abtrennungen zum motorisierten Verkehr bringen hingegen deutlich mehr Sicherheit. Visionär wäre meines Erachtens auch eine Abgrenzung mit LEDs im Boden, sodass die Breite eines Radwege anhand des Bedarfes angepasst werden kann.

KA (IV) 2 Jahre Mobilitätsgesetz – Pop-up-Radwege