Umsetzung MobG II: Sicherheit beim Radfahren

In einer weiteren schriftlichen Anfrage an die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zur Umsetzung des Berliner Mobilitätsgesetzes wollte Sven Kohlmeier wissen, welche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit der RadfahrerInnen getroffen werden (II).

Doch um konkrete Mittel für eine bessere Sicherheit der RadfahrerInnen einzusetzen, muss zunächst bekannt sein, was Sicherheit genau ist und welche Faktoren dazu beitragen, dass RadfahrerInnen sich sicher oder unsicher fühlen. Auf die Nachfrage Sven Kohlmeiers, was die zugrunde liegende Definition des Senats von Sicherheit beim Radfahren sei,  antwortete der Senat recht nichtssagend, dass dies bedeute, dass Menschen „(…) sicher und unfallfrei an ihrem Ziel ankommen“. Auch wie der Senat selbst die Sicherheit beim Radfahren beurteilt, bleibt unklar. Der Senat gibt nicht wie gewünscht eine eigene Einschätzung ab, sondern verweist schlicht auf die Verkehrsunfallzahlen.

Eine durchgeführte Erhebung über das Sicherheitsempfinden von RadfahrerInnen und Radfahrern ist jedoch aufschlussreicher. Laut Fahrrad-Monitor 2019 Sinus Berlin (Link zur Studie) entwickelt sich die Infrastruktur zu langsam. Einerseits fahren deutlich mehr Menschen Fahrrad als in den Jahren zuvor und die Landes- und Kommunalpolitik Berlins wird als sehr fahrradfreundlich eingeschätzt (siehe auch Blog-Beitrag). In Berlin haben mehr Menschen als im Bundesdurchschnitt ein Fahrrad und nutzen dies auch häufiger als Verkehrsmittel und als Freizeitbeschäftigung. Andererseits haben Berliner RadfahrerInnen im Vergleich mit den anderen untersuchten Bundesländern der Studie am wenigsten Spaß beim Radfahren. Mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich beim Radfahren in Berlin nicht sicher. 40 Prozent der Befragten finden außerdem, dass dem Radverkehr nicht ausreichend Raum im Straßenverkehr gegeben wird. Verteilungskämpfe über den Platz auf der Straße, Stau und schlechte Luftqualität behindern somit ein sicheres und angenehmes Fahrerlebnis für die RadfahrerInnen auf Berlins Straßen.

Sven Kohlmeier dazu: „Die Ergebnisse der Studie zeichnen kein so gutes Bild über die Entwicklung der Fahrradinfrastruktur in Berlin. Dies würde ich ebenfalls so unterschreiben – da ist für die Verkehrsverwaltung noch Luft nach oben. Die Unfallzahlen sind fast gleichbleibend hoch in den vergangenen Jahren. Von einer  „Vision Zero“ ist das Land Berlin leider weit entfernt. Die Leidtragenden sind die RadfahrerInnen oder schlimmstenfalls die Hinterbliebenen bei Unfällen mit Getöteten. Die grüne Verkehrssenatorin ist angetreten, um das Fahrradfahren sicherer zu machen. Davon ist Berlin leider noch weit entfernt.“

Anfrage II: 2 Jahre Mobilitätsgesetz – Wat bewegt sich beim Radverkehr in Berlins City
und Außenbezirken