Tempo 30 in der Leipziger Straße bringt kaum Verbesserung

Die von der Senatsverkehrsverwaltung Regine Günther (Grüne) anfänglich als Pilotprojekt gestartete Einführung von Tempo 30 bringt kaum Verbesserungen – weder bei der Belastung mit Emissionen noch bei der Anzahl der Verkehrsunfälle. Das zeigt meine aktuelle Anfrage an den Senat (S18-23334.pdf) Bereits mehrfach habe ich nachgefragt, aber die Ergebnisse sind immer ähnlich: keine deutliche Reduzierung der Belastung von Stickstoffdioxiden und Feinstaub (02/2019 – Leipziger Straße: Tempo 30 bringt es nicht / 12/2018 – Leipziger Strasse: Grenzwert nicht einzuhalten / 07/2018 – Wirkt Tempo 30 auf der Leipziger Straße?). Aktuelles Ergebnis: der Fahrzeugverkehr ist kaum zurückgegangen, die Belastung und Unfallzahlen sind kaum zurückgegangen und nur während der Corona-StayAtHome Zeit im März gibt es eine Reduzierung um 15%, ansonsten nur um 4%. Kein eindeutiges Ergebnis, dass Tempo 30 auf Pendlerstrecken wirklich erfolgreich ist. Meine Vorschläge statt dessen:

Um die Emissionsbelastung zu senken, muss die Verkehrsverwaltung endlich ein Gesamtkonzept vorlegen, statt Placebo-Einzelmaßnahmen zu machen. Gerade viele Pendler aus den Außenbezirken sind auf ein Auto angewiesen – aus unterschiedlichen Gründen: weil diese lieber Auto als überfüllte S-Bahn fahren, weil diese morgens ihr Kind in die Kita und Schule und abends zum Sport bringen müssen, weil der Arbeitsweg nur so zu erreichen ist. Deshalb sollte es bei Tempo 50 auf Pendlerstrecken bleiben, CarSharing muss endlich auch in den Außenbezirken angeboten werden, der ÖPNV aus den Außenbezirken muss endlich attraktiver werden. Und: Statt Verboten sollte die Verkehrssenatorin besser auf Bonus und Motivation setzen – eine Idee zum Beispiel: Wer sein Auto abschafft sollte für die Dauer der Abschaffung eine kostenfreie Nutzung des ÖPNV erhalten, um den Umstieg vom Auto zu belohnen.

Meine derzeitige Bilanz: Das mit der groß angekündigten Verkehrswende wird wohl nichts mehr: Es gibt kaum neue Fahrradwege (Stellen für den Ausbau der Radinfrastruktur blieben unbesetzt (10/2019) / Kaum Miet-Fahrräder in den Außenbezirken), grün angemalte Fahrradwege gibt es nur in der City (Viele Außenbezirke bleiben grau 10/2019). In den Außenbezirken gibt es trotz großer Erwartungen des MobilitätsgesetzesMobilitätsgesetzes kaum Verbesserungen ( Radfahren in Berlin bleibt gefährlich – trotz Mobilitätsgesetz / Zur Umsetzung des Berliner Mobilitätsgesetzes ). Da gibt es noch viel zu tun für die Verkehrsverwaltung von Regine Günther (Grüne).

Meine Anfrage: S18-23334.pdf