Nachgefragt: Geschlechtermalus bei juristischer Staatsprüfung?

Werden weibliche Kandidatinnen der juristischen Staatsprüfung gegenüber männlichen Kandidaten benachteiligt durch rein männlich besetzte Prüfungskommissionen benachteiligt? Diesen Vorwurf erhob der Justizsenator in den letzten Wochen (Berliner Zeitung). Davon unabhängig und dazu stehe ich auch, ist es richtig, dass der Justizsenator mehr Frauen motiviert, sich für die Juristische Staatsprüfung zu engagieren (siehe Blog-Beitrag). Denn offenbar ist es historisch durch „langjährige Tätigkeiten verdienter Prüferinnen und Prüfer“ gewachsen, dass es in der Vergangenheit mehr männliche als weibliche Prüflinge gab. Dies zeigt meine weitere Anfrage zu diesem Thema an den Senat (PDF). Die Begründung des Justizsenators warum er auf eine eigene Berliner Studie zu dem Thema verzichtet, scheint aber eher vorgeschoben. Aus dem Gebot der Sparsamkeit und weil der Haushaltsgesetzgeber dem Senat für eine eigene Studie keine Mittel zur Verfügung gestellt habe. Jedenfalls letztes lässt sich in den nächsten Haushaltsberatungen ändern, kündigte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Sven Kohlmeier an.

Interessant sind auch die gelieferten Zahlen über die Abschlüsse der männlichen und weiblichen Examenskandidaten. Eine deutliche Benachteiligung von weiblichen Kandidatinnen lässt sich daraus jedenfalls nicht ablesen.

Sven Kohlmeier: „Statt einer pauschalen Kritik an bisher rein männlich besetzten Prüfungskommissionen für Prüfungen zum mündlichen juristischen Staatsexamen hätte ich mir vom Senator ein nachhaltiges Vorgehen gewünscht. Dazu zählt nicht nur eine eigene Berliner Studie, um Diskriminierung wissenschaftlich festzustellen. Insbesondere müsste die Arbeit der PrüferInnen aufgewertet werden. Nicht nur die 28 EUR Aufwandsentschädigung sind anzuheben, sondern auch Arbeits-Freistellungen könnten die Attraktivität der Prüfungsarbeit für Prüferinnen und Prüfer erhöhen.“

Zum Nachlesen die Anfrage als PDF.