Europa macht unsere Daten sicherer!

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Die EU eignet sich immer gut als Sündenbock. Wohl jeder kennt eine Geschichte über scheinbar sinnlose EU-Verordnungen, wie z.B. die korrekte Länge der EU-Banane. Was uns die EU an positiven Dingen beschert, geht dabei oft unter. Mit seinem Handy im Urlaub in Italien ohne zusätzliche Kosten telefonieren oder im Internet surfen. Netflix-Serien oder die Bundesliga können ohne zusätzliche Kosten auch im Hotel in Spanien angeschaut werden. Die EU machte es möglich.

Gleiches gilt für den Datenschutz. Seit Mai 2018 ist die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gültig. Was sperrig klingt, lässt sich einfach auf den Punkt bringen: Die Rechte der Verbraucher im Umgang mit persönlichen Daten werden gestärkt. Daten sind „das neue Gold“ oder „die neue Währung“. Unternehmen möchten möglichst viele Daten über uns sammeln. Für Google, Facebook, Amazon und viele andere Unternehmen ist die Sammlung und Analyse persönlicher Daten Teil des Geschäftsmodells. Um uns personalisierte Werbung zu senden, um uns personalisierte Angebote zu machen oder uns mitzuteilen, wo wir eigentlich schon immer mal hinfahren wollten. Die Wenigsten wussten, welche Daten von welchem Unternehmen gesammelt werden. Auf welcher rechtlichen Grundlage dies geschah, war unübersichtlich. .

Die neue EU-Regelung macht nun vieles klarer und einfacher: Sie gilt für alle Produkte und Dienstleistungen, die innerhalb der EU angeboten werden, unabhängig davon, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Nach der DSGVO benötigen Anbieter nun die aktive Zustimmung des Nutzers zum Beispiel für die Verwendung der Daten für personalisierte Werbung, Standortdaten oder die Weitergabe personalisierter Daten an Dritte. Und auch der Umfang der Datenspeicherung ist eingeschränkt worden. Ein Beispiel: Wenn man von Google erfahren möchte, wie viel die Butter bei Aldi, Lidl oder Netto gerade kostet, muss Google noch lange nicht wissen, wo man sich gerade befinde, damit Google einen zum nächsten Discounter lotsen oder Sonderangebote bewerben kann. Und auch Versicherungsunternehmen, Zeitungsverlage und andere Dienstleister dürfen unsere Daten nicht mehr ohne Zustimmung aufheben, um uns Jahre später eine Autoversicherung oder ein Zeitungsabo anzubieten.

Aber wer weiß schon, welche Daten bei welchem Unternehmen gespeichert werden? Die DSGVO hat den Bürgerinnen und Bürgern ein scharfes Auskunftsrecht an die Hand gegeben. Die Unternehmen müssen Auskunft über die gespeicherten Daten, deren Herkunft und den Zweck der Speicherung erteilen. So kann jeder selbst entscheiden, ob er die Daten löschen lassen will oder sich wegen zweckwidriger Datenspeicherung bei der Berliner Beauftragten für Datenschutz Frau Maja Smoltzyk beschwert. Die Adresse der Datenschutzbeauftragten lautet:
Berliner Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit
Maja Smoltczyk
Friedrichstr. 219
Besuchereingang: Puttkamerstr. 16 – 18 (5. Etage)
10969 Berlin
Telefon: 030 13889-0
Telefax: 030 2155050
E-Mail: mailbox@datenschutz-berlin.de
Sie erreichen die Datenschutzbeauftragte direkt vor Ort, am Telefon, per E-Mail oder Fax zu folgenden Sprechzeiten:
montags bis freitags 10 bis 15 Uhr,
donnerstags 10 bis 18 Uhr
Verkehrsverbindungen:
U6 bis Kochstr.
Bus M29 bis Wilhelmstr./Kochstr.

Das Musterschreiben zur Datenauskunft finden Sie hier zum Download: datenauskunft_dsgvo.pdf

Darüber hinaus findet man über die Seite My Data Request (auf englisch!) zahlreiche internationale Unternehmen, wie z.B. Facebook, PayPal, Whatsapp. Durch Klick auf deren Logo kann man sich informieren, wie Nutzer sie kontaktieren können. Gibt es dazu eine Online-Möglichkeit, ist diese verlinkt. Ansonsten liefert die Website eine Vorlage für einen Brief oder eine E-Mail (auf englisch!) gleich mit.