Langsam wie ein Baum: Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf lahmt bei der Kartographierung von Bäumen

In Zeiten von Corona zeigt sich die Bedeutung der städtischen Parks und Grünanlagen für die Berlinerinnen und Berliner. Trotz Kontaktbeschränkungen und Abstandsgeboten waren Spaziergänge alleine oder mit Personen des eigenen Haushalts in Berlins zahlreichen Grünanlagen jederzeit erlaubt und wurden sehr häufig genutzt. Die Bäume und Grünflächen Berlins machen die Stadt lebens- und liebenswert; gleichzeitig setzen sie Berlin von vielen anderen europäischen Hauptstädten ab, die häufig weniger sind. Wie viele Bäume es in Berlin gibt und wo diese stehen, hat nun der Kaulsdorfer Abgeordnete Sven Kohlmeier (SPD) bei der zuständigen Senatsverwaltung im Rahmen einer schriftlichen Anfrage in Erfahrung gebracht (PDF-Datei).

Der Antwort des Senats zufolge werden Bäume auf öffentlichen Straßen, in Grünanlagen und an öffentlichen Einrichtungen beim Baumkataster des Grünflächeninformationssystems („GRIS“) von Berlin kartographiert. Über 430.000 Straßenbäume und knapp 500.000 sogenannte „Anlagenbäume“ sind hier verzeichnet. Doch nicht alle Bäume sind vermerkt, sodass die tatsächliche Anzahl über dem Wert liegt.

Der Vermerk, wo welcher Baum wächst, obliegt den bezirklichen Straßen- und Grünflächenämtern. Und genau hier liegt das Problem, so Sven Kohlmeier: „Die Bezirke müssen die Daten einpflegen und aktuell halten. In meinen Wahlbezirk Kaulsdorf in Marzahn-Hellersdorf sind bisher wenige Bäume verzeichnet, obwohl mein Kiez sehr grün ist. Da überrascht es nicht, dass Ingmar Streese von der zuständigen Verwaltung den Erfassungsstand an manchen Stellen als ‚mangelhaft‘ bezeichnet!“.

Der Abgeordnete fordert darum das zuständige Straßen- und Grünflächenamt auf, die Informationen über die Bäume schnellstmöglich zu hinterlegen: „Zwischen den Bezirken gibt es große Unterschiede bei der Kartographierung der Bäume. Marzahn-Hellersdorfs zuständiges SGA ist hier wieder so schnell wie ein Baum. Die Daten müssen endlich aktualisiert werden, um einen kompletten Überblick über den Bestand und idealerweise zusätzliche Informationen der Bäume zu bekommen und so anderen Portalen wie „Gieß den Kiez“ die Arbeit zu ermöglichen. So sichern wir auch langfristig unseren Baumbestand.“