Entlohnung von Praktika in der Berliner Verwaltung

Unlängst habe ich eine Anfrage an den Senat zum Thema „Entlohnung von Praktika in der Berliner Verwaltung und den Unternehmen mit Landesbeteiligung“ gestellt (PDF-Datei). Dieser Anfrage lag ein von mir im Parlament durchgebrachtes Gesetz zugrunde, welches festlegt, dass Praktika in der Berliner Verwaltung angemessen vergütet werden müssen, wenn sie eine Dauer von mehr als einem Monat aufweisen. Damit soll eine Ausbeutung von Praktikantinnen und Praktikanten verhindert werden. 

Mit meiner Anfrage wollte ich mich nun nach dem Stand der Umsetzung erkundigen. Um den Vorgaben des Gesetzes zu entsprechen, will der Senat ein standardisiertes Praktikumsmanagement in der Berliner Verwaltung etablieren, welches derzeitig erarbeitet wird. Die Vorschläge hierzu werden momentan von der Senatsverwaltung für Finanzen geprüft. Das Berliner Karriereportal soll zukünftig um den Reiter „Praktikantinnen und Praktikanten“ ergänzt werden, um so für mehr Transparenz zu sorgen und um Praktikumsplätze direkt ausschreiben zu können.

Sehr interessant finde ich die vom Senat hinterlegten Zahlen zu unbezahlten Praktika im Land Berlin aus dem Jahre 2018. Den Zahlen zufolge gab es im vergangenen Jahr insgesamt über 3.100 unbezahlte Praktikantinnen und Praktikanten in der Berliner Verwaltung und den Unternehmen mit Landesbeteiligung. Die größte Gruppe, aus der sich die Praktikantinnen und Praktikanten zusammensetzte, waren die Schülerinnen und Schüler (etwa 1.400), gefolgt von den Studentinnen und Studenten (etwa 850). Die meisten Praktika wurden beim Senat für Inneres und Sport (791), sowie beim Senat für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung (836) absolviert.

Unklar bleibt für mich, was die Hintergründe von den unbezahlten „Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern“ (131), sowie „Erzieherinnen und Erziehern“ (286) sind. Auch eine Aufschlüsselung seitens des Senats, was sich hinter „sonstigen Praktikantinnen und Praktikanten“ (z.B. Geflüchteten) verbirgt, bleibt aus. Da der Senat nicht weiter darauf eingegangen ist, welche Tätigkeiten die oben genannten Gruppen ausgeführt haben, werde ich eine erneute Anfrage an den Senat stellen, um sicherzustellen, dass gemäß dem von mir durchgebrachten Gesetz keine ausgebildeten Kräfte Vollzeitkräfte ersetzen.