Ein dichter Takt zum BER? Ja, bitte – aber ohne Benachteiligung der Außenbezirke!

Die S-Bahn Berlin GmbH möchte mit der Inbetriebnahme des Flughafens BER zum 31. Oktober 2020 einen zehn-Minuten-Takt der S-Bahnen zum Flughafen sicherstellen, damit die Reisenden vom und zum Flughafen gut angebunden sind. Dies soll durch die Verlängerung der Linien S9 und S45 um acht km gewährleistet werden. 14 zusätzliche Wagen werden hierfür benötigt – doch woher diese kommen sollen, ist noch nicht geklärt.

Denkbar ist, dass S-Bahnen gekürzt werden und nur noch mit vier anstelle von sechs Wagen verkehren werden. Zwar soll nach Möglichkeit vermieden werden, dass die jüngst wieder eingesetzten Verstärkerzüge der Linie S5 erneut eingestellt würden, jedoch ist dies momentan noch nicht ausgeschlossen. Unabhängig davon, woher genau die zusätzlichen S-Bahn-Wagen kommen werden, ist klar, dass durch die Verlängerung der S-Bahn-Linien zum Flughafen anderswo Wagen fehlen werden. Dadurch wird die Anbindung insbesondere in den Außenbezirken schlechter.

Insbesondere, da ich mich für den Einsatz von Verstärkerzügen der Linie S5 eingesetzt habe und diese erst seit dem 29. April 2019 im Einsatz sind, finde ich eine mögliche Einstellung des Betriebs dieser Verstärkerzüge frustrierend. Deswegen habe ich mich  mit einem Schreiben an die zuständige Senatorin Regine Günther gewandt und sie um ihre Unterstützung gebeten, damit die Verstärkerzüge auf der Linie S5 weiterhin eingesetzt werden. Die Pendlerinnen und Pendler aus den Außenbezirken sind insbesondere zur Hauptverkehrszeit auf die S5 angewiesen, sodass mit dem Wegfallen der Verstärkerzüge eine Schwächung der Außenbezirke einherginge. Dadurch sehe ich auch das im Mobilitätsgesetz verankerte Ziel der Gleichwertigkeit von Innen- und Außenbezirken gefährdet.