Coronavirus in Berlin: Schrittweiser Lockdown des öffentlichen Lebens

(16.03.2020) In den letzten Tagen überschlagen sich die Informationen zum Coronavirus. Immer wieder kommen neue Informationen und neue Richtlinien aus Berlin, Deutschland und ganz Europa. Um nicht durcheinander zu kommen, werde ich von nun an täglich über die aktuellen Erkenntnisse informieren.

Das öffentliche Leben Berlins wird schrittweise runtergefahren. Am Wochenende hat der Senat verfügt, dass alle Clubs und Kneipen schließen müssen (Pressemitteilung vom 14.03.2020). Sämtliche Veranstaltungen, bei denen mehr als 50 Personen erwartet werden, sind verboten. Bei Veranstaltungen mit kleinerer Besucherzahl müssen Anwesenheitslisten mit ausführlichen Kontaktdaten erstellt werden. Sämtliche Sportanlagen sind geschlossen und auch Museen und Bibliotheken haben ihren Betrieb eingestellt. Sofern Cafés und Restaurants mehr als 1,50 Meter Abstand zwischen ihren Tischen haben, dürfen sie weiterhin öffnen. Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern dürfen keinen Besuch empfangen. Ausnahmen bestehen für Patientinnen und Patienten unter 16 Jahren und Schwerstkranke, die einmal am Tag für eine Stunde eine Person empfangen dürfen. Menschen über 16 Jahren und ohne Atemwegserkrankungen dürfen Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen einmal am Tag besuchen (vollständige Verfügung vom 14.03.2020).

Oberstufenzentren und Berufsschulen haben geschlossen; alle weiteren Schulen und Kitas werden morgen ihre Pforten bis zum Ende der Osterferien schließen. Für Kita-Kinder und Schulkinder bis zur 6. Klasse, bei denen beide Elternteile in sogenannten „systemrelevanten Berufen“ arbeiten, wird es eine Notbetreuung geben (Pressemitteilung vom 15.03.2020). Zu den Berufsgruppen gehören unter anderem die Polizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen, der Justizvollzug, Krisenstabspersonal, Angestellte der Unternehmen des ÖPNV, Ver- und Entsorgung, Energieversorgung, Personal im Gesundheitswesen, Pflegebereich und in öffentlichen Einrichtungen, sowie zum Erhalt der kritischen Infrastruktur und der Grundversorgung.

Momentan gilt es, die Verbreitung des Virus so gut wie möglich zu verlangsamen. Denn die Kapazitäten von Krankenhäusern (z.B. Personal, Betten und Beatmungsgeräte) sind endlich. Um so gut wie möglich die Verbreitung des Virus einzudämmen, kann jede und jeder einen Teil beitragen:

  • Auf Berührungen mit anderen Personen (z.B. Händeschütteln) verzichten 
  • In regelmäßigen Abständen die Hände mindestens 20 Sekunden lang mit Seife waschen
  • In die Armbeuge oder ins Taschentuch niesen und husten
  • Gesicht nicht mit den Händen berühren
  • Soziale Interaktionen unterbinden und so weit wie möglich zuhause bleiben!
  • Die öffentlichen Verkehrsmittel weitestgehend meiden
  • Organisieren Sie nachbarschaftliche Hilfe für z.B. ältere Nachbarinnen und Nachbarn, um für sie z.B. einkaufen zu gehen und sie vor größeren Menschenansammlungen zu schützen

Das Coronavirus verlangt uns viel ab und wirbelt unseren Alltag komplett durcheinander. Doch es ist wichtig, dass wir nun in einer solidarischen Gesellschaftsleistung die Ausbreitung eindämmen und den Schaden minimieren. Let’s flatten the curve!