Coronavirus in Berlin: Prämie für Pflegekräfte – und reicht das?

Auf seiner Pressekonferenz vor Ostern ist der Regierende Bürgermeister Michael Müller auf die Frage nach Einsatzprämien für Angestellte der landeseigenen Kliniken Vivantes und der Charité eingegangen. Michael Müller kündigte an, dass den Beschäftigten zwischen April und Juni dieses Jahres eine Einsatzprämie in Höhe von 150 Euro pro Monat gezahlt werden soll.

In den beiden Kliniken von Vivantes und Charité wird mehr als die Hälfte aller Patientinnen und Patienten Berlins behandelt. Den Zuschuss gibt es für Pflege- und Reinigungskräfte sowie für Ärztinnen und Ärzte, die sich während der Corona-Pandemie u.a. pflegerisch um Patientinnen und Patienten kümmern. Mit der Prämie werden die Angestellten finanziell unterstützt. Außerdem ist es ein Mittel, um „Danke“ zu sagen für den engagierten Einsatz der Angestellten, die sich trotz  des Risikos einer eigenen Ansteckung aufopferungsvoll für ihre erkrankten Mitmenschen einsetzen. Auch von mir erneut: Vielen Dank für eure bzw. Ihre Hilfe!

Die Prämie durch das Land Berlin an die etwa 35.000 Angestellten von Vivantes und der Charité ist möglich, da es sich hierbei um landeseigene Institutionen handelt. Nun wird geprüft, wie auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von anderen Unternehmen eine ähnliche „Respekt-Zahlung“ erhalten können. Denkbar wären beispielsweise Prämien für Angestellte der BVG, der BSR, aber auch von Supermärkten.

Der Dank von 150 EUR im Monat ist angesichts der derzeitigen Belastungen für die MitarbeiterInnen in Krankenhäusern und Pflegekräften richtig. Viel wichtiger wäre aber eine politische Diskussion, welchen Stellenwert für uns Gesundheitsversorgung und die Bezahlung der dort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einnimmt. Mit dem Mindestlohn hat die SPD für eine Anhebung von oft schlecht bezahlten Jobs – gegen den Widerstand von Wirtschaft und CDU – gesorgt. Deshalb muss es grundsätzlich eine bessere Bezahlung von Pflegekräften und bessere Arbeitsbedingungen geben. Dies könnte eine Lehre aus Corona sein.

Weitere Infos können hier abgerufen werden: Senatskanzlei.

Die Pressekonferenz kann hier angeschaut werden: Youtube.