Coronavirus in Berlin: Kontaktbeschränkungen konkretisiert – Lockerung offen

Eigene Erstellung basierend auf Informationen der Morgenpost

Am Donnerstag den 07.04.2020 hat der Berliner Senat sich darauf verständigt, die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus bis zum 19. April 2020 zu verlängern (Pressemitteilung). Darüber hinaus wurden die eingeführten Regeln zur Einschränkung von Kontakten weiter konkretisiert. Zuvor hatte es z.B. Unklarheiten dazu gegeben, ob, und wenn ja, wie lange man auf Bänken Platz nehmen darf.

Erlaubt ist hier, mit einer weiteren Person bzw. den Personen des eigenen Haushalts eine kurze Sitzpause auf einer Bank nach z.B. einem Spaziergang oder einer Sporteinheit einzulegen. Auch hier gilt der Mindestabstand von 1,5m. Auf Wiesen und weiteren Freiflächen muss ein Mindestabstand von 5m zu weiteren Personen  eingehalten werden. Picknicken und grillen ist nicht erlaubt. Wer sich nicht daran hält, kann mit einem Bußgeld belegt werden (Bußgeldkatalog). Wer z.B. den Mindestabstand von 1,5m nicht einhält, kann mit einem Bußgeld zwischen 25 und 500 Euro belangt werden.

Auch wenn es einzelne Ausnahmen gibt, so halten sich insgesamt fast alle Berlinerinnen und Berliner an die temporären Einschränkungen aufgrund der Pandemie. Dass die Auflagen wirken, beweist ein Blick auf die Ansteckungszahlen. Zuletzt hat sich die Zeit in Berlin, in der sich die Anzahl der Infizierten verdoppelt, deutlich auf etwa 10 Tage erhöht. Je höher dieser Wert ist, umso länger dauert es, bis sich die Anzahl der Infektionen im Vergleich zu einem festgelegten Zeitpunkt verdoppelt hat. Mit einer durchschnittlichen Verdopplungszeit von etwa 9 Tagen liegt Deutschland im internationalen Vergleich unter den Ländern mit relativ langen Verdopplungszeiten (Quelle: SZ).

Abgesehen von der Ansteckungsrate zeichnen sich Deutschland und Berlin auch durch recht niedrige Sterblichkeitsraten aus. Aktuell sind in Berlin gut 3.800 bestätigte Fälle mit Infektionen mit dem Coronavirus bekannt; 28 Menschen sind bisher gestorben. Mit über 100.000 Infizierten und 1.810 Todesfällen durch das Coronavirus liegt Deutschland deutlich unter der Sterblichkeitsrate der europäischen Nachbarn. Dies kann unter anderem auf die hohe Anzahl an durchgeführten Tests (etwa 350.000 pro Woche) und das vergleichsweise niedrige Durchschnittsalter der Infizierten zurückgeführt werden. Aber auch eine frühzeitige Vorbereitung auf eine Corona-Pandemie z.B. seitens der Charité, ein allgemein starkes Gesundheitssystem, Vertrauen in die Regierung sowie die Einhaltung der Kontaktbeschränkungen haben zu einer verhältnismäßig niedrigen Sterblichkeitsrate geführt. Mit seiner niedrigen Sterblichkeitsrate hat Deutschland es sogar in die New York Times geschafft.

Aktuell noch nicht absehbar ist, wann die Beschränkungen wieder aufgehoben werden können. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller hat heute (14.04.2020) angekündigt, dass die Maßnahmen auch noch bis 27.04. oder 01.05.2020 weiter gehen könnten. Das wird vermutlich zu politischen Diskussionen führen, wann der richtige Zeitpunkt für Lockerungsmaßnahmen sein wird. Aber trotzdem gilt auch weiterhin: Wir müssen auf uns und aufeinander Acht geben. Stay at home – let’s flatten the curve!