Coronavirus in Berlin: Kitas und Schulen

(22.04.2020) Insbesondere Eltern stellt das Coronavirus vor schwierige Herausforderungen: da seit Wochen die Kindergärten und Kindertagesstätten, sowie die Schulen allgemein geschlossen haben, müssen viele Eltern die Arbeit und die Kinderbetreuung unter einen Hut bringen. Wer jedoch nahezu rund um die Uhr für Kinder, Haushalt und Home Office zuständig ist, gelangt schnell an seine Grenzen. Doch jetzt hat der Senat eine Verbesserung der Betreuung angekündigt.

Kinderbetreuung

Eine flächendeckende Kinderbetreuung soll es bereits weit vor dem 1. August geben. Außerdem haben ab nächstem Montag, dem 27. April, deutlich mehr Eltern Anspruch auf  eine Betreuung ihrer Kinder. Alleinerziehende Mütter und Väter können so ihre Kinder betreuen lassen. Wenn ein Elternteil in einem systemrelevanten Beruf arbeitet, besteht ebenfalls ein Anspruch auf Kinderbetreuung – zuvor war die Voraussetzung gewesen, dass beide Elternteile in einem solchen Beruf tätig sind. Die Liste der systemrelevanten Berufe wurde zudem ausgeweitet und beinhaltet nun unter anderem  Logopädinnen und Logopäden sowie Zahntechnikerinnen und Zahntechniker (komplette Liste). Perspektivisch sollen demnächst die Kinder, die im Sommer in die Schule gehen, in die Kitas zurückkommen dürfen.

Ab dem 27. April ist außerdem eine private, insbesondere nachbarschaftliche Betreuungshilfe erlaubt. So können maximal drei Kinder betreut werden. Pädagogisch begleitete Außenaktivitäten von Kleingruppen der Kindertagesbetreuung sind außerdem möglich.

Hortgebühren

Nach der Schließung der Schulen wurde auch die ergänzende Förderung und Betreuung nicht mehr angeboten. Auch wenn der Lehrbetrieb in den Schulen peu à peu wieder aufgenommen wird, ist eine Hortbetreuung vermutlich bis zum Sommer nicht möglich. Die gezahlten Hortgebühren ab Jahrgangsstufe 3 werden daher ab April rückwirkend erstattet. Eine Elternkostenbeteiligung wird es – solange die Hortbetreuung ausgesetzt ist – ab Mai nicht mehr geben. Auch die Beteiligung an den Kosten für das Mittagessen in den Schulen in Höhe von 23 EUR fällt ab Mai vorläufig weg.

Meine Einschätzung

Das Coronavirus verlangt uns einiges ab. Für viele Eltern ist es eine große Schwierigkeit, Home Office und Kinderbetreuung unter einen Hut zu bringen. Dieses Problem wurde in der letzten Zeit sehr häufig geäußert. Bei der gestrigen Pressekonferenz des Senats wurden einige Lockerungen auf den Weg gebracht, um das öffentliche Leben an manchen Stellen langsam wieder zu ermöglichen (Blogbeitrag). Der Senat knüpft auch an die geäußerten Nöten der Eltern an und hat zahlreiche Maßnahmen beschlossen, um u.a. Alleinerziehende und weitere berufstätige Eltern zu entlasten. Ab dem 27.04. gilt zudem eine neue Liste der systemrelevanten Berufe, so dass mehr Eltern einen Anspruch auf Kinderbetreuung haben. All diese Schritte sind notwendig, um das Familienleben zu entspannen, die Eltern zu entlasten und das Arbeiten im Home Office zu ermöglichen.

Zu sagen bleibt aber auch, dass den Schulen, SchülerInnen und LehrerInnen derzeit viel abverlangt wird. Teilweise unzureichende Kommunikation der Bildungsverwaltung und offene Fragen. Um es mit dem Lichtenberger Bezirksstadtrat Kevin Hönicke zu sagen: „Man kann sich bei den Schulen in Berlin nur noch noch entschuldigen.“ Dem schließe ich mich ausdrücklich an!

 

Weitere Infos zu den Regelungen für Kitas gibt auf der Seite des Senats: Kitas sollen möglichst zügig zum Normalbetrieb zurückkehren. Alleinerziehende haben ab Montag Anspruch auf Betreuung (21.04.2020)

Details zu Hortgebühren sind ebenfalls auf der Seite des Senats zu finden: Eltern erhalten Hortgebühren rückwirkend ab April erstattet (21.04.2020)