Böllerverbotszonen an Silvester waren erfolgreich

Erstmalig gab es in Berlin an Silvester 2019/ 2020 Pyroverbotszonen in der Pallasstraße in Schöneberg und am Alexanderplatz. Zusätzlich zum Verbot von Böllern entlang der sogenannten „Partymeile“ auf der Straße des 17. Juni am Brandenburger Tor wurde daher das Zünden von Pyrotechnik in diesen Bereichen verboten, nachdem sich besagte Zonen an Silvester 2018/ 2019 als Schwerpunkt von gezielten Angriffen gegenüber Kräften der Polizei und der Feuerwehr hervorgetan hatten. Nun haben der Innensenator Andreas Geisel, die Berliner Polizeipräsidentin Barbara Slowik, sowie der Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen im Rahmen der Sitzung des Innenausschusses im Abgeordnetenhaus über die Einsätze in der Nacht resümiert. 

Seit Jahren diskutieren wir über den Umgang mit Feuerwerkskörpern, Böllern und dergleichen. In der Sitzung des heutigen Innenausschusses wurde nun eruiert, wie die Gesellschaft die Verbotszonen aufgenommen haben, wie erfolgreich die Durchsetzung der Verbotszonen war und wie sich die Anzahl der Angriffe gegenüber Einsatzkräften entwickelt hat. Laut Aussage des Senators wurden die Verbotszonen sehr positiv von der Bevölkerung  und insbesondere den Anwohnerinnen und Anwohnern aufgenommen. Dies zeigt sich unter anderem daran, dass z.B. der Alexanderplatz als eine Art „Ruhezone“ vor der „Böllerei“ in den anderen Gebieten genutzt wurde.

Mit Hilfe von knapp 3.000 Polizistinnen und Polizisten wurde die Lage an Silvester in ganz Berlin gesichert. Zwar versuchten einzelne Personen, die Kontrollstellen entlang der Böllerverbotszonen zu umgehen und in die Seitenstraßen auszuweichen, jedoch wurden diese durch die Polizei dort dazu bewegt, die Örtlichkeiten zu verlassen oder das Feuerwerk abzugeben. Auch die Anzahl der Angriffe gegenüber den Einsatzkräften der Polizei und der Feuerwehr war rückläufig. Ebenso ist ein Rückgang an Straftaten an Silvester allgemein zu verzeichnen. Der Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen weist zusätzlich darauf hin, dass die Feuerwehr mit 1.500 Einsatzkräften im Dienst bereits an der Belastungsgrenze war. Ohne die Verbotszonen, die einen Schwerpunkt der Einsätze in der Vergangenheit darstellten, wäre es andernfalls zu Ressourcenproblemen gekommen.

Daher finde ich es wichtig, dass wir über die Ausweitung der Böllerverbotszonen diskutieren. Neben den genannten Gründen ist zudem das Abfeuern von Pyrotechnik an Silvester für etwa 20% der jährlichen Feinstaubbelastung verantwortlich. Auch in Hinblick auf das Tierwohl und die immer größer werdenden Böller ist darum eine Einschränkung der an Silvester erlaubten Pyrotechnik, insbesondere im Hinblick auf  die lauten Kracher, meiner Ansicht nach sehr sinnvoll. Aber wie immer gilt: Wer verantwortlich feiert, soll auch zukünftig Silvester genießen können. Schreiben Sie mir Ihre Meinung zu Böllerverbotszonen und Böllverboten. Das nächste Silvester kommt bestimmt.