Drogen hinter Gittern

Mehr als jeder dritte Gefangene in Berliner Haftanstalten ist süchtig nach Drogen oder Alkohol. Dies ergab die Antwort des Senats auf eine schriftliche Anfrage des rechtspolitischen Sprechers der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus Sven Kohlmeier. Und hinter Gittern ist auch alles erhältlich, was der Drogenkonsument benötigt. Nebenden klassischen Drogen, wie Cannabis, Heroin und Kokain wurden im letzten Jahr in den Berliner Gefängnissen auch synthetische Drogen wie Amphetamine, Subutex oder Tildin aufgefunden.

Die insgesamt aufgefundene Menge an Drogen ging dabei von 2017 auf 2018 zurück. Vor allem bei Cannabis, Heroin und Kokain sank die Menge erheblich, wohingegen synthetische Drogen wie Amphetamine und Tildin häufiger vertreten waren. Erhöht hat sich die Anzahl der Haftraumkontrollen und der Einsatz von Drogenspürhunden durch die Justizvollzugsanstalten. 

„Aus meiner Sicht ist die Steigerung der Kontrollen zu begrüßen. Den Verfolgungsdruck auf die Dealer hinter Gittern zu erhöhen, scheint ja auch Wirkung zu zeigen“, so Sven Kohlmeier. Er mache sich keine Illusionen, was drogenfreie Knäste angeht, aber dass mehr als ein Drittel aller Gefangenen eine verfestigte Drogenproblematik hätten, sei eine sehr hohe Zahl. Sven Kohlmeier will deshalb das Thema im Rechtsausschuss des Abgeordnetenhauses zur Sprache bringen.

Immer weniger Suchtkranke stellen einen Antrag auf Zurückstellung der Strafvollstreckung. Wer die Zusage für einen Therapieplatz hat und wessen Gefängnisstrafe 2 Jahre nicht übersteigt, kann diesen Antrag auf Verschiebung des Haftantritts stellen. Im vergangenen Jahr wurden 289 dieser Anträge gestellt, rund zwei Drittel dieser Anträge wurden positiv beschieden. 2017 waren es noch 357 Anträge und in den Jahren 2015 und 2016 noch jeweils über 400 – wie eine frühere Anfrage von Sven Kohlmeier zu diesem Thema ergab.

Die schriftliche Anfrage und die Antwort des Senats:  18/17681