Leipziger Straße: Tempo 30 bringt es nicht

Am 09. April letzten Jahres startete der Senat einen Modellversuch Tempo 30 auf der Leipziger Straße. Man erhoffte sich von der Einführung des Tempolimits eine deutliche Reduzierung der Stickstoffdioxide (NO2) in der Luft, um drohende Fahrverbote zu verhindern. Seit Mai 2018 habe ich vom Senat monatlich die Zahlen der Luftschadstoffbelastung an der Leipziger Straße erfragt. Rund neun Monate dauert der Versuch mittlerweile und für 2018 lässt sich das Fazit ziehen: Tempo 30 bringt nicht die notwendige Luftreinheit.

Vom 03.01.2018 bis 02.01.2019 liegt der NO2-Mittelwert bei 59 µg/m³. Das ist nur 4 µg/m³ weniger als im Jahr davor. Um den Grenzwert von 40 µg/m³ einzuhalten, wäre das Fünfache dessen nötig gewesen. Dieses Bild bestätigt sich auch für den Zeitraum Anfang April bis Dezember, dem bisherigen Zeitraum des Modellversuchs Tempo 30. Auch hier liegt im Jahr 2017 (ohne Tempo 30) der NO2-Mittelwert nur um rund 4 µg/m³ über dem des Jahres 2018.

Die Umweltverwaltung misst die Luftbelastung in der Leipziger Straße an zwei Standorten: Zum einen mit einem sogenannten Passivsammler – und dies schon seit längerer Zeit – und zum anderen mit einem Messbus, der dort seit Ende 2017 stationiert ist. Wie die Antwort des Senats auf meine Anfrage zeigt, scheint die Auswahl des Standortes für eine Messung wesentlich größeren Einfluss auf das Messergebnis zu haben als Tempo 30. Der Jahresmittelwert 2018 des Passivsammlers liegt bei 59 µg/m³, der Jahresmittelwert des Messbusses nur bei 48 µg/m³. Es wird interessant sein zu beobachten inwieweit diese Tatsache bei der Bewertung des Feldversuchs durch den Senat berücksichtigt wird.

Ich bleibe dran!

Die komplette Anfrage und die Antwort des Senats finden Sie hier (S18-17536_Leipziger_Straße).