Starker Anstieg von Straftaten im ÖPNV: Kohlmeier fordert Personal auf den Bahnhöfen

U_Bhf_KaulsdorfNordWie gefährlich ist es im öffentlichen Personennahverkehr tatsächlich? Der Kaulsdorfer Abgeordnete Sven Kohlmeier hat in einer schriftlichen Anfrage an den Senat nachgefragt. Nun liegen die Zahlen vor für die Jahre 2013 bis 2017. Während in Berlin insgesamt ein Anstieg von Straftaten zu verzeichnen ist, stellt sich für die Biesdorfer, Kaulsdorfer und Hellersdorfer Stationen der Linie U5 das Ergebnis durchwachsen dar, vor allem was den Bereich der Körperverletzung betrifft.

Betrachtet man die Anzahl der Körperverletzungen pro U-Bahnhof, sind die Hellersdorfer U-Bahnhöfe relativ sicher. Während im Berliner Durchschnitt 2017 circa 11 Körperverletzungen pro U-Bahnhof zu verzeichnen waren, sind es auf den Stationen der U5 von Biesdorf-Süd bis Hönow weniger als 7 dieser Delikte. Allerdings hat sich die Gefahr Opfer einer solchen Straftat zu werden seit 2013 nahezu verdoppelt. Wurden 2013 auf den 9 U-Bahnhöfen zusammen 33 Anzeigen wegen Körperverletzung registriert, sind es 2017 bereits 60. Trauriger Spitzenreiter ist hier der U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord. Hier hat sich die Anzahl der Delikte im Bereich Körperverletzung sogar versiebenfacht. Rangierte der Bahnhof Kaulsdorf-Nord im Jahr 2013 noch auf Platz 106 aller 173 Berliner U-Bahnhöfe gemessen an der Anzahl der Körperverletzungen, so nimmt er 2017 bereits Position 19 ein.

Körperverletzung U-BahnSven Kohlmeier zeigt sich besorgt über diese Entwicklung: „Ja, der Bahnhof Kaulsdorf-Nord ist nicht der Alex oder das Kottbusser Tor, aber die Entwicklung ist eindeutig besorgniserregend. Im letzten Jahr war es nach den Zahlen des Senats sieben mal wahrscheinlicher am U-Bahnhof Kaulsdorf-Nord Opfer einer Körperverletzung zu werden als noch 2013. Hier müssen die BVG und die Polizei reagieren. Die Aussenbezirke dürfen nicht aus dem Blick geraten im Bemühen um mehr Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr.

Sven Kohlmeier fordert, endlich wieder Personal auf den Bahnhöfen einzusetzen. Erst kürzlich haben diese Forderung auch Berliner SPD-Politiker in einem Zukunftspapier gefordert (www.zukunft-spd-berlin.de). Sven Kohlmeier: „Die Zahlen zeigen auch deutlich, dass mehr Videoüberwachung nicht zu einem Rückgang der Straftaten führt. Sicherheit gibt es nur mit Personal auf den Bahnhöfen, so wie früher. Angesichts der guten Berliner Haushaltshaltslage halte ich das auch für finanzierbar. Das Personal kann zudem Auskünfte erteilen, Fahrkarten verkaufen und Ansprechpartner sein. Und ein Lächeln ist vielleicht auch drin.“

Die gesamte Anfrage mit den Daten für alle U-Bahnhöfe und die Entwicklung im Bereich von Bus und Straßenbahn finden Sie hier: Anfrage zur Gewalt im ÖPNV

Die Zeitung BILD/BZ-Berlin hat die Zahlen für alle Berliner U-Bahn-Linien in einer Grafik aufbereitet (Alle dreieinhalb Stunden eine Gewalttat – So gefährlich ist Ihr U-Bahnhof)