Senatorin Günther: Keine Ampel für die Chemnitzer Strasse

Die Verkehrsverwaltung lehnt die Einrichtung einer Fußgängerampel auf der Chemnitzer Antwort Senatorin Günther zu Ampel Chemnitzer_HeerstrasseStraße ab. Am 14. September hatte ich Verkehrssenatorin Günther schriftlich gebeten, die Einrichtung einer Ampel auf der Chemnitzer Straße in Höhe der Heerstraße zu prüfen. Zahlreiche Hinweise von Bürgerinnen und Bürgern zur gefährlichen Verkehrssituation für Fussgänger hatten mich erreicht, nachdem zuvor für einige Zeit eine Baustelle mit Ampel die Lage dort entschärft hatte. Die Anwohner hofften, das Provisorium durch die Baustellenampel könnte zu einem Dauerzustand werden. Am 26. September ereignete sich dann tragischerweise tatsächlich ein Unfall. Ein 10-jähriger Junge wurde auf dem Zebrastreifen von einem Auto erfasst und musste ins Krankenhaus. Entsprechend hoffnungsvoll wertete ich deshalb Frau Günthers Zwischenantwort: „Hilfen beim Überqueren der Fahrbahn, insbesondere für Schulkinder auf ihren alltäglichen Wegen, sollen überall dort vorhanden sein, wo dies erforderlich ist“, so die Senatorin im Oktober.

Die zuständige Behörde, die Verkehrslenkung Berlin, hat ihre Prüfung nun allerdings mit einem völlig anderen Ergebnis abgeschlossen. Demnach sind die Voraussetzungen für die Einrichtung einer Ampel in der Chemnitzer Straße nicht gegeben. In ihrem Antwortschreiben verweist Senatorin Günther unter anderem darauf, dass es dort keine erkennbaren Beeinträchtigungen des Verkehrsablaufs gebe. Die polizeiliche Auswertung des Unfallgeschehens der letzten fünf Jahre weise kein bedeutsames Geschehen auf, es hätten sich keine Unfälle mit Fußgängerbeteiligung ereignet. Der vorhandene Fußgängerüberweg würde damit als sichere und geeignete Maßnahme ausreichen.

In meinen Augen ist dies eine bedauerliche Fehleinschätzung. Insbesondere wie die Senatsverwaltung nach dem Unfall mit dem Schüler zu dem Schluss kommen kann, es hätten sich keine Unfälle mit Fußgängern dort ereignet, ist mir schleierhaft. Ich halte es –  wie auch viele Anwohnerinnen und Anwohner – nach wie vor für angebracht, dort eine Ampel einzurichten, um gerade den Kindern im Siedlungsgebiet einen sicheren Schulweg zu ermöglichen. Momentan bleibt nur zu hoffen, dass die Senatorin mit ihrer Auffassung recht behält, dass der vorhandene „Fußgängerüberweg hinreichend geeignet“ ist.