Nazi-Demo in Lichtenberg: Zivilgesellschaft wehrt sich / Kritik an Polizeitaktik

Friedlicher Protest in KarlshorstHeute war das Mitglied des Abgeordnetenhauses Sven Kohlmeier (SPD) anlässlich der Demo von mehreren Hundert Rechtsextremen unter dem Motto „Für ein nationales Jugendzentrum“ in Lichtenberg vor Ort.

Kreativer Protest gegen Nazi-AufmarschDort zeigte sich, dass die Zivilgesellschaft sich gegen Rechtsextreme auf Berlins Straßen wehrt. Die Schar der Gegendemonstranten war sehr durchmischt. Neben Organisationen waren auch sehr viele Privatpersonen unterwegs. Kohlmeier: „Das zeigt, dass Nazis in Berlin nicht geduldet werden! Mich beeindruckt dieses gesellschaftliche Bündnis gegen Rechts.“

Massiver Polizeieinsatz am S-Bahnhof KarlshorstKritik bringt Kohlmeier gegenüber der Polizeitaktik an. So wurden keine Gegen-Demos in Hör- oder Sichtweite der Nazi-Demo zugelassen. Diese dezentrale Strategie hat die Sicherheitslage verschärft statt deeskaliert. Kohlmeier: „Wenn man erwartet, dass die Zivilgesellschaft auf die Straße geht, dann müssen auch Gegendemonstrationen in Hör- und Sichtweite zugelassen werden.“

Update:

Sitzblockade in der SewanstraßeDurch die vielen zivilgesellschaftlichen Gegenproteste mußte der Nazi-Aufmarsch verkürzt werden und konnte nicht durch den Weitlingkiez ziehen. Viele junge Menschen, Anwohner und Passanten machten Ihren Protest immer wieder lautstark am Tierpark und in der Sewanstraße deutlich. Wegen der vielen Gegenproteste kam der Nazi-Aufmarsch nur langsam voran. Als auf der Sewanstraße immer wieder Gegenproteste den Nazi-Aufmarsch stoppten, konnte der Nazi-Aufmarsch nur noch verkürzt stattfinden. Berliner und der Bezirk Lichtenberg haben an diesem Tag eindrucksvoll deutlich gemacht, dass sie keine Rechtsextremen in Berlin dulden werden.

Die RBB-Abendschau berichtete über den Nazi-Aufmarsch (Video-Link)

Tagesspiegel „Nazi Demo hat Nachspiel im Innenausschuss“ (Link)

Berliner Zeitung „Bürgermeisterin blockiert Neonazis“ (Link)

(Aus Sicherheitsgründen sind Gesichter auf Fotos unkenntlich gemacht)