70% aller Berlinerinnen und Berliner wohnen in den Außenbezirken

Berlin wächst – das ist nichts Neues. Unsere Stadt hat in den letzten 15 Jahren ein Bevölkerungswachstum von mehr als 400.000 Menschen erlebt. Erstaunlich ist jedoch die Verteilung der Einwohnerinnen und Einwohner Berlins auf die unterschiedlichen Bezirke.

Laut meiner Anfrage (PDF-Datei) an den Senat lebten 2018 ca. 1,12 Millionen Menschen innerhalb des S-Bahn-Rings, während in außerhalb des S-Bahn-Rings 2,63 Millionen Menschen wohnen. Etwa 70% aller Berlinerinnen und Berliner wohnen also in den Außenbezirken! Doch obwohl der Großteil der Einwohnerinnen und Einwohner außerhalb des S-Bahn-Rings wohnt, konzentriert sich die Politik zu sehr auf die City. Dabei wohnen gerade in den Randbezirken die Menschen, die die Stadt für die Reichen am Laufen halten. Sie selbst profitieren aber kaum davon.

Deswegen fordere ich, dass mehr bezahlbarer Wohnraum,  durch z.B. den Bau von Wohnhochhäusern, in der Innenstadt geschaffen werden muss. Die Polizei muss in den Randbezirken stärker vertreten sein und dafür mehr Personal erhalten. Insbesondere was die Mobilität und die Infrastruktur angeht, gibt es einiges aufzuholen: wie aus weiteren Anfragen von mir an den Senat hervorging, ist beispielsweise das Angebot des ÖPNVs in vielen Randbezirken sehr viel schlechter als in der City. Außerdem sind die Radwege dort häufig marode oder nicht existent. Es werden also politisch unterschiedliche Maßstäbe in Bezug auf die Innenstadt und die Randbezirke angesetzt.

Es wird Zeit, das zu ändern und endlich gleichwertige Angebote für die Menschen in den Innen- und Außenbezirken zu schaffen. Deswegen finde ich, dass wenn 70% aller Berlinerinnen außerhalb des S-Bahn-Rings wohnen, auch annähernd 70% der staatlichen Leistungen dort investiert werden müssen. Andernfalls bricht unsere Stadt auseinander.